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Ich geh los

Ich geh los, die Tür fällt zu.
Alles bleibt stehen, ich bleib nicht hier.

Der Flur ist noch warm, das Licht ist zu weiß.
Meine Schuhe sind leise, mein Herz ist laut.
Ich nehme nichts mit, alles bleibt hier.
Kein großes Zeichen, kein letzter Blick.

Draußen ist Nacht, aber anders als sonst.
Die Luft kommt näher, die Straße bleibt weit.
Ich hab keinen Plan, nur dieses Gefühl.
Es zieht nach vorne, nie wieder zurück.

Das ist kein Anfang, nur eine Bewegung.
Es reicht, wenn ich weitergehe, ohne mich umzudrehen.
Die Fenster sind dunkel, die Stadt ist leise.
Nichts wird groß, nichts wird klar, die Nacht lässt mich durch.

Ich muss nicht wissen, wohin,
damit es weitergeht.

An der Ecke ist es heller, fast grell.
Ein Streifen auf Glas, ein Rand auf Beton.
Mein Atem ist ruhig, mein Schritt ist weich.
Ich bin nicht neu, ich bin immer noch da.

Ich laufe durch leere Straßen, an Häusern vorbei,
die nichts von mir wollen.
Mein Kopf ist still, mein Körper ist wach.
Die Nacht ist schwarz, ich will weitergehen.

Alles wird hell, aber nicht laut.
Ich geh nicht schnell, ich geh weiter.
Durch Namen, durch Fragen, durch alles, was wartet.
Durch versteckte Befehle, durch fast gute Gründe.

Harald Bickel